Schutz vor Cyberangriffen
Cyberangriffe stellen für Unternehmen, Behörden und Privatpersonen eine erhebliche Bedrohung für die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Daten dar. Besonders gefährlich sind sogenannte Ransomware-Angriffe. Dabei verschaffen sich Angreifer Zugriff auf IT-Systeme und verschlüsseln wichtige Dateien, sodass die betroffenen Nutzer nicht mehr auf ihre Daten zugreifen können. Häufig verlangen die Angreifer anschließend ein Lösegeld für die Entschlüsselung. Allerdings beschränken sich Cyberangriffe nicht ausschließlich auf die Verschlüsselung von Daten. Dateien können auch gezielt gelöscht, manipuliert oder gestohlen werden. Dadurch können nicht nur wichtige Arbeitsabläufe zum Erliegen kommen, sondern auch erhebliche finanzielle und rechtliche Schäden entstehen.
Ein wesentlicher Bestandteil einer wirksamen Cybersecurity-Strategie ist deshalb eine zuverlässige und unabhängig geschützte Datensicherung. Backups ermöglichen es, verlorene, beschädigte oder manipulierte Daten aus einer früheren Sicherung wiederherzustellen. Im Falle eines erfolgreichen Cyberangriffs kann ein Unternehmen dadurch beispielsweise auf einen Zustand zurückkehren, der vor dem Angriff noch intakt war. Das Ziel besteht somit nicht nur darin, Daten regelmäßig zu kopieren, sondern sicherzustellen, dass diese Kopien auch dann verfügbar und unverändert bleiben, wenn das eigentliche IT-System bereits kompromittiert wurde.
Besonders wichtig ist dabei die Unabhängigkeit der Backups. Ein Backup sollte nicht ausschließlich auf demselben System oder innerhalb derselben Infrastruktur gespeichert werden wie die Originaldaten. Befinden sich beispielsweise die Produktivdaten und die Sicherung auf einem gemeinsam erreichbaren Netzlaufwerk, kann ein Angreifer unter Umständen beide Datenbestände gleichzeitig verschlüsseln oder löschen. Das Backup erfüllt dann seinen eigentlichen Zweck nicht mehr. Daher sollten Sicherungskopien logisch oder physisch vom produktiven System getrennt sein. Eine solche Trennung erschwert es Angreifern erheblich, gleichzeitig die Originaldaten und die Sicherungen zu kompromittieren.
Eine weitere wichtige Schutzmaßnahme ist die Versionierung. Bei einer einfachen Datensicherung wird häufig nur der aktuelle Datenbestand gespeichert beziehungsweise überschrieben. Werden Dateien jedoch durch einen Cyberangriff manipuliert, kann eine solche Sicherung problematisch sein: Wenn die manipulierte Version anschließend als neues Backup gespeichert wird, kann sich die fehlerhafte oder beschädigte Version über die Sicherungskette hinweg verbreiten. Durch Versionierung werden dagegen mehrere unterschiedliche Stände der Daten aufbewahrt. So kann beispielsweise nicht nur der Datenbestand des aktuellen Tages, sondern auch der Stand mehrerer vorheriger Tage oder Wochen wiederhergestellt werden. Dies ist insbesondere bei Angriffen hilfreich, die über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleiben.
Neben der Versionierung spielt die Unveränderbarkeit von Backups eine zentrale Rolle. Unveränderbare, sogenannte immutable Backups können nach ihrer Erstellung innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht mehr nachträglich verändert oder gelöscht werden. Selbst wenn sich ein Angreifer Zugriff auf Teile der IT-Infrastruktur oder auf bestimmte Administrationskonten verschafft, soll dadurch verhindert werden, dass er die Sicherungskopien manipuliert oder vernichtet. Diese Eigenschaft bietet einen zusätzlichen Schutz gegen gezielte Angriffe auf die Backup-Infrastruktur.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Backups getrennt geschützt zu speichern. Dies kann beispielsweise durch eine räumlich getrennte Sicherung oder durch eine entsprechend isolierte Backup-Infrastruktur erreicht werden. Dabei sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass nicht dieselben Zugangsdaten und Berechtigungen für Produktivsysteme und Backups verwendet werden. Denn wenn ein Angreifer ein kompromittiertes Administratorkonto verwenden kann, um sowohl auf die Originaldaten als auch auf die Sicherungen zuzugreifen, verliert die Datensicherung einen erheblichen Teil ihrer Schutzwirkung. Das Prinzip der minimalen Berechtigungen ist daher auch bei Backup-Systemen von großer Bedeutung.
Für einen umfassenden Schutz sollte außerdem nicht davon ausgegangen werden, dass ein vorhandenes Backup automatisch funktionsfähig ist. Backups müssen regelmäßig überprüft und getestet werden. Dabei sollte kontrolliert werden, ob die Sicherungen tatsächlich vollständig erstellt wurden und ob sich die gespeicherten Daten im Ernstfall wiederherstellen lassen. Ein Backup, das zwar erfolgreich erstellt wurde, aber aufgrund beschädigter Dateien oder einer fehlerhaften Konfiguration nicht wiederhergestellt werden kann, bietet keinen ausreichenden Schutz. Regelmäßige Wiederherstellungstests können solche Probleme frühzeitig erkennen.
In der Praxis ist es sinnvoll, mehrere Sicherungsebenen miteinander zu kombinieren. Eine bewährte Strategie besteht beispielsweise darin, mehrere Kopien wichtiger Daten auf unterschiedlichen Speichermedien und an unterschiedlichen Standorten aufzubewahren. Dadurch wird das Risiko reduziert, dass ein einzelnes Schadensereignis alle Sicherungen gleichzeitig betrifft. Zusätzlich sollte festgelegt werden, wie lange verschiedene Versionen aufbewahrt werden und welche Systeme im Notfall zuerst wiederhergestellt werden müssen. Ein solcher Wiederherstellungsplan trägt dazu bei, die Ausfallzeit nach einem Cyberangriff möglichst gering zu halten.
Zusammenfassend sind unabhängige Backups ein zentraler Bestandteil des Schutzes vor Ransomware und anderen Cyberangriffen. Sie verhindern zwar nicht, dass ein Angriff stattfindet, können jedoch die Folgen eines erfolgreichen Angriffs erheblich reduzieren. Entscheidend ist, dass Backups nicht einfach als zusätzliche Kopien der Originaldaten betrachtet werden, sondern als besonders zu schützender Bestandteil der IT-Infrastruktur. Insbesondere Unabhängigkeit, Versionierung, Unveränderbarkeit, Zugriffsschutz und regelmäßige Wiederherstellungstests sind wichtige Voraussetzungen für eine belastbare Datensicherungsstrategie. Durch die Kombination dieser Maßnahmen kann sichergestellt werden, dass selbst nach einer Verschlüsselung, Löschung oder Manipulation von Daten eine möglichst zuverlässige Möglichkeit zur Wiederherstellung eines intakten Datenbestands besteht.
Veröffentlicht am Uhr
